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Ein Heim für Geräte, die unser Leben veränderten
Heribert Müller baut ein privates Technikmuseum auf

fr20030801.jpg - 114980 Bytes Herbibert Müller ist unter 06195 / 2170 oder via email post@technikmuseum-main-taunus.de zu erreichen.
Weitere Informatioen zum Technikmuseum gibt es auf der Internetseite www.technikmuseum-main-taunus.de

Im November will Heribert Müller in Kelkheim ein Technikmuseum eröffnen.
Dort will er alte Computer, Rechenmaschinen und anderes Gerät präsentieren.

KELKHEIM. Heribert Müller ist ein eher sachlicher und pragmatischer Typ. Zu Schwärmerei oder Euphorie lässt sich der Gymnasiallehrer auch dann nicht hinreißen, wenn es um sein Hobby geht. Lieber benennt er die Dinge, wie sie sind:" Bei mir zu hause ist erstens kein Platz mehr und außerdem ist der Rahmen für die Besucher zu familiär." Übersetzt heißt das: Heribert Müller zieht mit seiner Techniksammlung um. In seinem Privathaus hortet er eine umfangreiche Sammlung von technischem Gerät mit Altertumswert - etwa einen der ersten Nachkriegsfernseher aus dem Jahr 1953, das Diktiergerät "Kosmograph" von 1935, das Faxgerät "KF 108" von 1956, oder den elektromechanischen Rechenautomaten "Madas" aus dem Jahre 1927. Das Besondere an den Stücken ist, dass sie zwar alle längst technisch überholt, aber immer noch funktionstüchtig sind. Und: "Sie haben unser Leben nachhaltig verändert."

Die Geräte hat Müller in Firmen, Universitäten und Forschungseinrichtungen zusammengetragen. Was kaputt war, hat der bekennend Technikfreak Müller repariert. "Ich kann das", sagt er. Und ganz nüchtern erklärt er, dass es auch keinen Sinn mache, technisches Gerät aufzubewahren, das nicht funktioniert. "Mann soll doch sehen, wie es klappt."

Seit etwa acht Jahren können sich Besucher im Haus von Heribert Müller überzeugen, dass seine Exponate in einwandfreiem Zustand sind und wie sich die Apparate im Laufe der Jahrzehnte verändert haben. Denn Müller meint, dass den Anfängen der Technik ebenso ein Platz in der Öffentlichkeit zusteht, wie Kunstsammlungen. "Wo kann man denn noch erleben, wie zum Beispiel die ersten Rechen- oder Telekommunikationsmaschinen gearbeitet haben", fragt er. Im ganzen Rhein-Main-Gebiet glaubt Müller jedenfalls der einzige zu sein, der so eine vielseitige Sammlung vorführt. Aber damit ist es nun einmal erst vorbei - mindestens noch bis November. Da will er im Stadtteil Hornau sein Technikmuseum "Technikum29" eröffnen. Dafür hat er das ehemalige Sparkassenbgebäude, Am Flachsland 29, gekauft. Auf zwei Etagen hat er dort rund 250 Quadratmeter Fläche , um seine Sammlung vorzuführen. Dabei ist er dann aber wieder genau: "Das Museum mache ich zwar allein, aber eine Teil der Exponate wird auch der Förderverein für Industrie- und Technikgeschichte beisteuern.

Seit Februar ist Heribert Müller mit dem Umbau der künftigen Ausstellungsräme beschäftigt. Die Kosten dafür übernimmt er selbst. Er macht sich auch keine Illusionenen darüber, dass er etwa vom Kreis oder der Stadt Kelkheim finanzielle Unterstützung bekommen könnte. "Die loben meine Pläne, aber zu erwarten habe ich nichts." In Zeiten leerer öffentlicher Kassen, weiß Müller "dass so ein Projekt nur noch privat zu finanzieren ist.".

Deshalb macht er sich lieber Gedanken darüber, wie er sein Technikmuseum einrichten will. Er will vier thematische Schwerpunkte setzen. Das sind EDV und Computertechnik, Rundfunkgeräte, der Bereich Fernsehh-, Video- und Aufnahmetechnik sowie eine Abteilung für Fax- und Schreibgeräte.

Die will er "didaktisch aufbereiten" und vor allem Schulklassen, Studenten oder Firmengruppen vorführen. "Es soll ein lebendiges Museum werden und die Besucher sollen die Exponate in Aktion erleben", sagt Müller. Vorstellbar sei auch, dass es Vorträge und Diskussionsforen mit Experten gibt. Doch zunächst ist das alles noch Zukunftsmusik. Erst mal müssen die Räume fertig werden. Dafür braucht er aber materielle Hilfe. Denn ihm fehlen noch ein paar Dinge, die er dringend für die Inneneinrichtung seines Museums benötigt - etwa Strahlerschienen, Halogenstahler, Rohrmotoren für Rolläden, Vitrinen und diverse Konvektor-Heizkörper. "Vielleicht haben irgendwelche Firmen solche Dinge noch irgendwo rumstehen", vermutet Müller. "Und wenn sie die Sachen nicht mehr brauchen können sie sie auch bei mir vorbeibringen."

 

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